Kapellen in Kinding

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(Text- und Bildquellen: Anneliese Hauf, Kinding)

 

Die Fünf-Wunden-Kapelle im inneren Friedhof

Im inneren Friedhof findet sich als südöstliche Eckbegrenzung der mittelalterlichen Wehrmaueranlage die Fünf-Wunden-Kapelle. Die Konsekration einer St.-Michaels-Kapelle über dem alten Karner (Gebeinhaus) lässt sich für das Jahr 1474 am Fest der Hl. Euphemia durch den Eichstätter Weihbischof Leonhard Pilhamer belegen. Auf der Basis dieses einst angebauten zweigeschossigen Bauwerkes wurde dann 1687 die heutigeFünf Wunden Kapelle Kapellenanlage aus Heilingmitteln „gleichsamb von Grundt aus neu“ errichtet. Das Aufstellen des von Pfarrer Adam Forster gestifteten – heutigen – Altars geschah im Jahr 1688. Viele Jahre wurde die Kapelle jedoch als Abstellraum genutzt ehe sie 1832 hergerichtet und wieder als Raum des Gebets in Betrieb genommen wurde. 1935 folgte eine Außeninstandsetzung, 1942 eine Innenrenovierung und 1954 erneut eine Außenrenovierung. 1970 wurde in Zuge einer Renovierung der Wehrmaueranlage die ehemals charakteristische Ziegeleindeckung der Turmkuppel durch Kupfer ersetzt, weitere Renovierungsmaßnahmen folgten. Eine große Gesamtinstandsetzung 2002/03 war die letzte Maßnahme im steten Bemühen um deren Erhalt. Von den ursprünglich zwei, 1692 und 1694 gegossenen Glocken ist nur noch die kleinere erhalten (auf dem Turm der Pfarrkirche).

Der hochbarocke Altar mit viersäuligem und zwei stilistisch älteren Seitenflügeln zeigt in der Mitte eine Darstellung des von Brustbildern Mariens und des hl. Josef fankierten Fünf-Wunden-Heilands. Auf dem linken Flügel ist die Darstellung des hl. Leonhard, des hl. Nikolaus und des hl. Wendelin zu sehen, rechts findet sich der hl. Josef, Maria und hl. Antonius von Padua. Um das Jahr 1699 herum soll die Bruderschaft der Fünf-Wunden eingeführt worden sein, doch erst rund 100 Jahre später (1794) erhielt diese neue Statuten. Erst am 15. Juni 1838 wurde sie als „Bruderschaft zur Verehrung der heiligsten fünf Wunden unseres Herrn und Heilands Jesu Christ“ nachträglich von Bischof Karl August Graf von Reisach konfirmiert. Die Feier des Bruderschaftsfestes findet heute auch noch am zweiten Sonntag nach Pfingsten statt.

 

Friedhofs- bzw. Marienkapelle im äußeren Friedhof

Die kleine Kapelle im äußeren Friedhof, angebaut an die westliche Friedhofsmauer, soll laut denMarienkapelle im äußeren Friedhof Aufzeichnungen im Pfarrarchiv zum Gedenken an den am 31. August 1650 ermordeten Schmied Georg Wagner errichtet worden sein. Seine Angehörigen ließen über seinem Grab eine Muttergotteskapelle erbauen und einen ewigen Jahrtag stiften. Die Sage vom frechen Fastnachtsnickel, der hier begraben sein soll, „sei völlig haltlos“. 1795 wird die Kapelle als „eine zimlich ruinose Figur oder kleine Feldkapelle, die ohne weiteres hinweggeräumt werden dürfte, wenn sie von der Gemeinde nicht baulich unterhalten werden sollte“ bezeichnet. Die kleine Kapelle hat die Zeiten überdauert. An der Stirnseite im Inneren ist eine hochbarockes Altarbild mit in Öl auf Holz gemalter Pietà-Darstellung zu sehen.

 

Marienkapelle am Haunstettener Weg

Die heutige Kapelle wurde 1963 erbaut als Ersatz einer möglicherweise im 17./18. Jahrhundert errichteten Vorgängerkapelle. Den Wiederaufbau in leicht abgewandelter Form übernahm der Burschenverein Kinding, die Marienkapelle am Haunstetter WegMaterialkosten Kirche und Gemeinde (Pfarrchronik). Die Segnung erfolgte am 27. Oktober 1963 durch Pfarrer Georg Daum. Die Bildernische über den Eingang zeigt ein stark verwittertes Bild mit der Darstellung der Flucht nach Ägypten und der Inschrift einer Jahreszahl, wohl als 1693 lesbar. Im Aufsatz über der Eingangstür befindet sich die heute nicht mehr näher ausdeutbare Jahreszahl 1583. Das Ölgemälde der Kapelle zeigt eine Darstellung der die Armen Seelen im Fegefeuer aufnehmende Schutzmantelmadonna. Auf dem Ende des 17. Jahrhunderts gefertigten Gemälde hat sich auch dessen Stifter (knieend unter dem Mantel Mariens) abbilden lassen, bei dem es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um den Kindinger Pfarrer Adam Forster handelt. In der Kapelle steht außerdem eine Figur des „Wies-Heilands“ aus dem 18. Jahrhundert.

 

Die St.-Ottilien-Kapelle

Am Irlahüller Weg steht am Waldrand die St.-Ottilien-Kapelle, die wahrscheinlich im 18. Jahrhundert erbautSt. Ottilienkapelle wurde. Wie der Pfarrbeschreibung zu entnehmen ist, wurde die damals schon stehende Kapelle 1823 von Joseph und Anna Maria Maier zu Kinding erneuert und auf Anraten des damaligen Pfarrers mit Bildern der hl. Ottilia und der hl. Luzia ausgestattet. An der Stirnseite im Inneren eingepasst ist ein modernes Vesperbild mit der eingefügten Inschrift „Errichtet und verzieret wurde diese Kapelle zum Dank ewiger Verehrung Gottes, Maria und der H. Ottilia und Luzia Augen /Patroninnen im Jahre 1822./ von Maria Anna Maier Fischerin in Kinding. Die alten Heiligenbilder wurden 1979 gestohlen und 1994 bei einer umfassenden Renovierung durch zwei moderne ersetzt.

 

Wegkapelle beim ehem. Bahnhof (St.-Barbara-Kapelle)

BarbarakapelleDie Erbauungszeit der Kapelle fällt in das 18. Jahrhundert. Für 1834 lässt sich eine Renovierung einer am Weg nach Pfahldorf stehenden Feldkapelle belegen. Nach einer in den Jahren 2007/08 durchgeführten umfassenden Renovierung erfolgte am 16. Mai 2008 durch Pfarrer Franz Meier die Segnung der kleinen Kapelle und der kunstgewerblichen neuen Figur der hl. Barbara, die Bürgermeisterin Rita Böhm zur Erinnerung an die Tunnelbaumaßnahmen der neuen ICE-Strecke erhalten hatte. Diese Figur gibt der Kapelle nun auch den neuen Namen St.-Barbara-Kapelle.

 

Dreifaltigkeitskapelle oder Dreifaltigkeitsbildstock

Die Dreifaltigkeitskapelle ist hangseitig an der Straße von Kinding nach Beilngries (Staatsstraße 2230) gelegen und ist ein gemauerter Bildstock mit einer bildlichen Darstellung zur Heiligen Dreifaltigkeit. Unterhalb des Bildstockes entspringt eine Quelle.

Es darf angenommen werden, dass es sich hier um einen alten, vorchristlichen, möglicherweise keltischenDreifaltigkeitskapelle Quellenkult handelt, der später von einem christlichen Motiv überlagert und so christianisiert wurde. Grund dafür dürfte sein, dass auch die Bewohner im Mittelalter hier bei der Quelle noch lange die ursprünglichen, alten Bräuche ausübten. Wann wiederum der Bildstock erstmals aufgestellt wurde, ist nicht bekannt.

Grund für die Errichtung des Bildstockes war mit Sicherheit die Quelle. Sie entspringt heute direkt neben der Staatsstraße in einem gemauerten Topf. Weiter verläuft sie unter der Straße hindurch in die Altmühl.

Am Dreifaltigkeitssonntag wallfahrten die Kindinger hierher, um im frommen Glauben an die Heilkraft des Wassers ihre Augen zu benetzen und das Wasser auch zu trinken. Weiter heißt es dazu, dass man, wenn man sich die Augen bestreicht, dabei beten muss, da man sonst eine Bindehautentzündung bekommt. (Quellen: Heimgarten 1951, Nr. 49; Text von Rudolf Hager, Eichstätt).

Renoviert wurde die Kapelle 1972 und 1998 durch den Verkehrsverein Kinding.

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