Mariä Geburt - Kinding

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Die Kirchenburg Kinding mit dem Kirchenpatrozinium Mariä Geburt ist eine spätmittelalterliche Wehrkirchenanlage. Das Untergeschoss des Kirchturms reicht in die romanische Zeit zurück.

Das Langhaus weist fünf Achsen auf. 1357 wurden drei Altäre und zwei Friedhöfe geweiht, 1406 ein vierter Altar. Ende des 16. Jahrhunderts oder Anfang des 17. Jahrhunderts wurde das Obergeschoss des im Osten der Kirche stehenden, nicht gegliederten Glockenturms in Backstein aufgebaut. 1602, bei der Visitation des Eichstätter Generalvikars Vitus Priefer, hatte die Kirche vier Altäre, darunter einen Andreasaltar "novum et egregie pictum" (lat., "neu und hervorragend gemalt"). 1732 kamen die beiden barocken Seitenaltäre in die Kirche, der Frührokoko-Hochaltar folgte 1738. 1792 wurde die getäfelte Flachdecke durch eine Weißdecke ersetzt; vier Jahre später erhielten die Altäre neue "Tumben" (sargähnliche Unterbauten) und die 1680 errichtete Kanzel mit ihrem polygonen Korpus einen neuen Schalldeckel; letzterer wurde 1796 klassizistisch mit einem Vasenabschluss umgestaltet. 1908 wurde das Langhaus nach Westen verlängert. Der achtseitige Ziegelhelm des Kirchturms weist nicht nur die üblichen, sondern auch farbig glasierte, in Mustern verlegte Ziegel auf.

Hinter dem barocken Chorbogen befindet sich der Chor mit hochliegender Flachdecke im Ostturm. Bis auf ein dortiges kleines Rundbogenfenster aus der Zeit der Romanik sind alle Kirchenfenster barock. Im Deckengemälde des Langhauses, 1792 von Willibald Wunderer gemalt, stellt das Patrozinium "Mariä Geburt" dar. Von Maria sind zwei Statuen vorhanden, eine spätgotische von 1420 unter der Empore und eine barocke von 1738 auf dem Hochaltar, die sich bis 1939 am Toreingang der inneren Friedhofsbefestigung befand. Der Taufstein besteht aus einem Muschelbecken auf Balusterfuß vom Ende des 17. Jahrhunderts.

Die Sakristei mit ihrer Kassettendecke von 1687 liegt an der Nordseite des Chores. An der Kirchensüdseite befindet sich rechts vom Eingang eine aus Holz geschnitzte Ölberg-Szene der Spätgotik (um 1500). Das Bergkreuz am Rand des Altmühltales oberhalb der Kirche wurde 1857 aufgestellt.

Die Kirche ist katholische Pfarrkirche des Pfarrortes Kinding, einer Urpfarrei des Bistums Eichstätt (2007: 495 Katholiken) im Dekanat Beilngries; die Pfarrei wird vom Pfarrer des nahen Pfarrortes Enkering, wo es ebenfalls eine Wehrkirche gibt, mitversorgt.

Fünfwundenkapelle

Für 1474 ist die Konsekration einer Michaelskapelle über dem Karner des Friedhofs überliefert. Sie lehnte sich an den südöstlichen Eckturm des Berings an. 1687 erhielt diese die heutige doppelgeschoßige Gestalt. Die Bezeichnung "Fünfwundenkapelle" bezieht sich auf die fünf Wunden (Hände, Füße, Seite) Christi bei der Kreuzigung; es gab in Kinding eine Fünf-Wunden-(Gebets-)Bruderschaft, für die die Kapelle 1687 errichtet wurde.

Beringe

Die noch vorhandene Wehranlage besteht aus einem unteren (südlichen) Friedhofs- und einem oberen (nördlichen, etwas höher gelegenen) Friedhofs- und Kirchenbering, (nicht mehr vorhandenen) Wehrgängen am oberen, nördlichen Bering und drei in einer gemeinsamen Schildmauer stehenden Wehrtürme ebenfalls des oberen Berings. Die beiden Beringe (die Bezeichnung "doppelter Bering" wäre irreführend) sind bereits für 1357 nachgewiesen; schon damals gab es in ihrem Schutze einen inneren und einen äußeren Friedhof. Im oberen Bering stehen auch die Pfarrkirche und die Fünfwundenkapelle. Die drei Türme an der Südseite des oberen Berings sind allerdings nachgotisch. Der Turm an der Nordwestecke und der mittlere Turm weisen Treppengiebeln mit Satteldächern auf und sind nach der Innenseite des oberen Berings hin offen. Der Turm an der Südostecke hat einen Ziegelhelm mit vierseitiger Laterne und geschweifter Kuppel als Abschluss. Vom Wehrgang sind noch die Mauerabsätze erkennbar. Auch sind noch Schießscharten zu sehen. In Zeiten unmittelbarer Bedrohung suchte die Bevölkerung im oberen Bering Zuflucht, während man im unteren turmlosen Bering Hab und Gut und vor allem das Vieh unterbrachte.

Die Heilingrechnungen des Amtes Hirschberg haben folgende Einträge: 1687 wurde der Turm und das Kirchendach repariert. Im nächsten Jahr erhielt der Schreiner Adam Pez aus Kinding für ein neues Tabulat mit 60 geschnittenen Rosen in den Füllungen 50 fl. Der Maler Kaspar Köll aus Kipfenberg malte das Tabulat und die Empore. (Diese getäfelte Decke wich 1792 der heutigen Weißdecke) 1732 wurden die Seitenaltäre errichtet. Der Schreiner Georg Leonhard Koller in Eichstätt hatte "angeschaffter Massen" die Risse dazu geliefert (2 fl.), der Schreiner Georg Ziegler erhielt für die Ausführung 20 fl. (Ziegler wohnte vermutlich in Beilngries. 1728 hatte er den Choraltar für Paulushofen gemacht.) Der Hochaltar folgte 1738. Der Maler Martin Lukas Zwicklein von Eichstätt machte hierfür den Voranschlag. Die Bildhauerarbeiten stammen von dem Gredinger Meister Andreas Stadelmeier. 1792 erfolgte eine Reparatur der Kirche durch Dominikus Sale. 1796 erhielten die Altäre neue "Tumben", die Kanzel einen neuen Schalldeckel. Neufassung der Einrichtung durch den Beilngrieser Maler Johann Koppensauer.

 

Hier hören Sie das Glockengeläut der Pfarrkirche Mariä Geburt - Kinding (mp3)


3-stimmiges TeDeum-Geläute (g' - b' - c''):

Glocke 1

Ton g'+5

625 kg

101,0 cm

1951

Johann Hahn, Landshut

Glocke 2

Ton b'+4

350 kg

83,0 cm

1755

Mathias Perner, Eichstätt

Glocke 3

Ton c''+3

260 kg

76,7 cm

1951

Johann Hahn, Landshut

Die Pfarrkirche Kinding besitzt neben den drei oben genannten noch eine kleine Sterbeglocke (c''' - 1694 J.B. Herold, Nürnberg).

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